Genießen Sie den ...

Spätsommer

Noch schenkt der späte Sommer Tag um Tag
Voll süßer Wärme. Über Blumendolden
Schwebt da und dort mit mildem Flügelschlag
ein Schmetterling und funkelt sammetgolden.

Die Abende und Morgen atmen feucht
Von dünnen Nebeln, deren Naß noch lau.
Vom Maulbeerbaum mit plötzlichem Geleucht
Weht gelb und groß ein Blatt ins sanfte Blau.

 

Eidechse rastet auf besonntem Stein,
Im Blätterschatten Trauben sich verstecken.
Bezaubert scheint die Welt, gebannt zu sein
In Schlaf, in Traum, und warnt dich, sie zu wecken.

So wiegt sich manchmal viele Takte lang
Musik, zu goldener Ewigkeit erstarrt,
Bis sie erwachend sich dem Bann entrang
Zurück zu Werdemut und Gegenwart.

Wir Alten stehen erntend am Spalier
Und wärmen uns die sommerbraunen Hände.
Noch lacht der Tag, noch ist er nicht zu Ende,
Noch hält und schmeichelt uns das Heut und Hier.  [Hermann Hesse, 1940]

 

 

 

Herzliche Einladung zum Leserendezvous

am Mittwoch, 14. September 2022, 19 Uhr in der Schul- und Stadtteilbibliothek:

"Liebe und mache. was Du willst" Geschichten über Abschiede, das Scheitern der Liebe, Vertrauen, Verrat und Hoffnung von Bernhard Schlink - ausgewählt und "in Szene gesetzt" von der Schauspielerin Heike Meyer...

Der Eintritt ist frei

 

 

Buchtipps des Monats

 

"Eine Frage der Chemie" von Bonnie Gamus

Elizabeth Zott ist eine Frau mit dem unverkennbaren Auftreten eines Menschen, der nicht durchschnittlich ist und es nie sein wird. Doch es ist 1961, und die Frauen tragen Hemdblusenkleider und treten Gartenvereinen bei. Niemand traut ihnen zu, Chemikerin zu werden. Außer Calvin Evans, dem einsamen, brillanten Nobelpreiskandidaten, der sich ausgerechnet in Elizabeths Verstand verliebt. Aber auch 1961 geht das Leben eigene Wege. Und so findet sich eine alleinerziehende Elizabeth Zott bald in der TV-Show »Essen um sechs« wieder. Doch für sie ist Kochen Chemie. Und Chemie bedeutet Veränderung der Zustände ...

Ein Buch, das nicht umsonst, die Bestseller-Listen stürmt - aber, ist ja immer Geschmackssache, wie alles im Leben ...

 

"Das kleine Wir in der Schule" von Daniela Kunkel

Ein kleines WIR entsteht immer dort, wo Menschen zusammenkommen und sich mögen!

Auch die Kinder der Wolkenklasse haben ein kleines WIR. Ob Matheunterricht, Sport oder große Pause – mit dem WIR macht alles doppelt so viel Spaß.

Aber manchmal verschwindet das kleine WIR. Denn auch die Schüler*innen der Wolkenklasse sind nicht immer einer Meinung. Sie ärgern sich auch mal übereinander, haben Streit oder sagen blöde Sachen.

Dann verschwindet das kleine WIR und die Kinder vermissen es sehr. Denn ohne WIR-Gefühl fehlt der Wolkenklasse der Zusammenhalt. Alle sind traurig und selbst die lustigsten Spiele machen keine Freude mehr.

Zum Glück wissen die Schüler*innen, wie sie ihr WIR aufstöbern und aufpäppeln können...