„Ich suche allerlanden eine Stadt“ – Lesekonzert zu Leben und Werk Else Lasker-Schülers (1869-1945) anlässlich ihres 75. Todestages

 

Vor 75 Jahren starb in Jerusalem die deutsch-jüdische Dichterin Else Lasker-Schüler. Im Urteil Peter Hilles („der schwarze Schwan Israels, eine Sappho, der die Welt entzwei gegangen ist“) wie Gottfried Benns („die größte Lyrikerin, die Deutschland je hatte“) ist schon früh der hohe Rang von Lasker-Schülers lyrischem Werk belegt. Zu ihren bekanntesten Büchern zählen „Das Peter Hille Buch“ (1906), „Der siebente Tag“ (1905), „Hebräische Balladen“ (1913) und der 1943 vollendete Gedichtband „Mein blaues Klavier“. Noch kurz vor ihrem Tod versuchte sie mit den ihr eigenen unkonventionellen Ideen, eine Versöhnung zwischen Juden und Arabern zu befördern - im heutigen Israel mehr denn je ein Gebot der Stunde.

Christine Hansmann führt durch Else Lasker-Schülers Biographie und liest Lyrik und Kurzprosa aus ihrem Werk. Klaus Wegener aus Jena improvisiert mit Klarinette und Saxophon. Der Textklang Lasker-Schülers verbindet sich dabei mit dem Klangtext der Instrumente zu einer immer wieder neu entstehenden, reizvollen Struktur.

 

Mitwirkende:

Christine Hansmann

Geboren in einer traditionsreichen Musikerfamilie in Erfurt, erhielt Christine Hansmann frühzeitig Unterricht in Klavier, Ballett und Gesang. Nach dem Abitur und Tätigkeiten als Krankenschwester und Musikalienverkäuferin studierte sie von 1983 bis 1989 bei Prof. Helga Forner Gesang an der Hochschule für Musik Felix Mendelssohn-Bartholdy in Leipzig. Konzertexamen, Internationale Meisterkurse und ein Richard Wagner Stipendium schlossen sich an. Sie war Preisträgerin nationaler wie internationaler Gesangswettbewerbe; Konzerte und Gastspiele führten sie nach Japan, New York, Paris, Zürich, Prag, Israel, Litauen, Dänemark, Tschechien, in die Niederlande und 1991 zu den Salzburger Festspielen. Sie arbeitete mit Regisseuren wie Joachim Herz, George Tabori, Anatolij Wassiljew, Marco Arturo Marelli, Achim Freyer, Michael Schulz u.v.a. und sang unter Dirigenten wie George Alexander Albrecht, Adam Fischer, Udo Zimmermann, Michael Schönheit, Kurt Masur, Michail Jurowski oder Justus Frantz. Bei zahlreichen Ur- und Erstaufführungen (u.a. von Dieter Schnebel, Viktor Ullmann, Siegfried Matthus, Luca Lombardi) wirkte sie mit. Am Deutschen Nationaltheater Weimar, wo sie von 1989 bis 2014 engagiert war, sang sie die großen Rollen ihres Faches: Cherubino, Dorabella, Hänsel, Hexe, Charlotte, Marguerite, Kundry, Brangäne, Fricka, Komponist, Octavian, Herodias und Klytämnestra, um nur einige zu nennen. Seitdem ist Christine Hansmann als Autorin, Rezitatorin und Sprecherin tätig. 2014/15 war sie darüber hinaus Projektmanagerin für jugendkulturelle Bildung bei Lese-Zeichen e.V., Thüringer Büro zur Förderung von Literatur und Kunst. Seit 2002 veröffentlicht sie Lyrik in Literatur-Zeitschriften und Anthologien; mit Flucht ins Gelände. Gedichte (Weimar 2012), Dunkelkammer. Lyrische Prosa (Bucha bei Jena 2013) und Des Lichtes und der Schönheit halber. Gedichte. (Edition Muschelkalk, Weimar 2017) legte sie eigene Bände vor. 2017 erschien als Ersteinspielung in Zusammenarbeit mit dem Schillerhaus Rudolstadt das Hörbuch „Autun und Manon. Eine Erzählung. Zum 250. Geburtstag Charlotte von Schillers“.


Klaus Wegener,

1961 bei Hamburg geboren, begann schon früh, Klarinette, Bassklarinette und Saxophon zu lernen und spielte in verschiedenen Schülerbands und Jugendorchestern. Von 1882 bis 1988 studierte er Klarinette in Lübeck und Berlin; zwei Studienjahre an der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ in Weimar im Fach Jazzsaxophon folgten. Seitdem unterrichtet er beide Instrumente an der Musik- und Kunstschule Jena. Band-Gründungen - „Blue Beans Big-Band“ und die Jugend Big Band „Masters of Muppet“ - und eine intensive Mitarbeit im 2006 gegründeten Fachbereich JazzRockPop schlossen sich an. Eigene musikalische Aktivitäten in diversen Ensembles (Jezmer, Salonorchester Weimar, klangwerkstatt weimar, Ensemble der Wirbel.Wind.Konzerte) und als Solist führen ihn ebenso durch Thüringen wie durch ganz Deutschland.
Bekannt für seine herausragenden improvisatorischen Fähigkeiten, tritt Klaus Wegener oft bei gattungsübergreifenden Konzerten mit Literatur oder Bildender Kunst auf.

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